Gut zu wissen: Was ist Fasten? (2)

Gut zu wissen: Was ist Fasten? (2)

Hallo ihr Lieben,

heute geht es weiter mit meinem Betrag zum Fasten im Alltag.

 

Ablauf des Fastens

Das Fasten folgt einem klaren Aufbau: Entlastungtag – Fastentage – Aufbautage – Nachfastenzeit.

  1. Entlastungtag:

Am Tag bevor du das Fasten beginnst, bereitest du deinen Körper langsam auf den bevorstehenden Verzicht auf Nahrung vor. Konkret heißt das nur leichte Koste zu dir nehmen (z.B. Rohkost oder Obst) und viel trinken. Meine Nahrung am Entlastungtag besteht aus Formular-Shakes (kommt meiner Faulheit entgegen). Auch die liebgewonnen Laster sollte man schon am Vortag abstellen: Alkohol, Zigaretten, koffeinhaltige Getränke, Süßigkeiten. Wenn ich keinen Kaffee mehr trinke, dann habe ich am Folgetag Kopfschmerzen (wie gruselig). Daher stoppe ich das Kaffeetrinken schon zwei Tage vorher.

  1. Fastentage:

Dein primäres Ziel am ersten Fastentag sollte es sein, dein Hungergefühl so schnell wie möglich los zu werden. Dies erreichst du mit zwei Maßnahmen: 1. So viel (Wasser) trinken wie nur irgendwie möglich (das Wasser sollte dir „aus den Ohren kommen“) und 2. Darm entleeren. Ja, du hast richtig gehört: Je schneller der Darm entleert ist, desto schneller stellt sich das Hungergefühl ein. Wie machst du das? Am besten schiebst du die Darmentleerung beidseitig an – von oben mit Glaubersalz (schmeckt superekelig und ist auch nicht zu empfehlen, wenn du unter einem empfindlichen Magen oder Darm leidest) und von unten mit Hilfe eines Einlaufs (das ist viel schonender, hat aber auch kein Potenzial zur Lieblingsbeschäftigung…). Spaß bei Seite: Am Einlauf kommst du nicht vorbei, dieser muss an jedem zweiten Tag erfolgen. Aber glaube mir, es lohnt sich. Denn der Darm transportiert während der Fastenzeit nicht nur viele Ablagerungen und Gifte ab, hat in der Zeit ohne Nahrungsaufnahme auch Zeit zu regenerieren und wieder in Balance zu kommen.

Da es sich ein paarmal unglaublich durchräumen wird empfehle dir den ersten Fastentag auf eine arbeitsfreien Tag zu legen, an dem du zuhause bist. Die weiteren Entleerungen sollten dann morgens vor der Arbeit, oder besser noch abends danach erfolgen.

  1. Aufbautage:

Während der Fastenzeit stellt dein Körper die Verdauungs- und Stoffwechselfunktionen komplett ein. Diese Funktionen fahren nicht so einfach wieder von null auf hundert hoch, sondern benötigen ein paar Tage, bis sie wieder ganze Arbeit leisten. Wenn du dir also am ersten Tag nach dem Fasten ein 500 Gramm Steak einverleibst, dann darfst du dich nicht wundern, wenn du mit großen Schmerzen im Krankenhaus landest. Das Umschalten vom Fasten auf Essen dauert mehrere Tage. Fünf Fastentagen sollten mindestens zwei bis drei Aufbautage folgen. Als Daumenregel bitte ein Drittel der Fastenzeit für den Aufbau einplanen.

Das Fastenbrechen erfolgt typischerweise mit einem reifen Apfel. Am besten in Bioqualität, damit dein entschlackter Körper nicht direkt wieder mit Pestiziden belastet wird. Ein schönes Beispiel, wie dein Speiseplan für die Aufbautage aussehen könnte, findest du bei den Kollegen von WirEssenGesund.de.   Freut euch auf die Geschmacksexplosion nach euren „entbehrungsreichen“ Tagen.

Bitte beachte, dass du es deinem Magen und Darm gerade am Anfang einfach machen solltest wieder in Schwung zu kommen. Nimm dir Zeit beim Essen. Das klappt ganz von alleine, wenn du jeden Bissen mindestens 30-mal kaust.  Du wirst überrascht sein, wie viel Zeit das selbst für eine kleine Menge an Nahrung in Anspruch nimmt. Meine Kollegen in der Arbeit sind immer verwundert, warum ich nach meiner Fastenzeit während des Mittagessens kein Wort sage. Wenn man gut kaut kommt man während des Essens kaum zum Sprechen. Und selbst ohne etwas zu sagen sind die Kollegen alle lang vor mir mit dem Essen fertig…

  1. Nachfastenzeit:

Wie es nach dem Fasten mit deinem Gewicht weiter geht, liegt ganz an dir. Wenn du weiter machst wie vor der Diät, dann läufst du Gefahr schnell wieder Gewicht zuzunehmen. Der Jo-Jo-Effekt trägt seinen Teil dazu bei. Anfang dreißig habe ich meine ersten Erfahrungen mit Fastenwochen gemacht. Damals startete ich meine Diät mit 3kg über meinem Wunschgewicht und beendete diese nach 5-10 Tagen mit 3 bis 5 kg unter diesem. Damals hatte ich mir nie wirklich vorgenommen mein Essensverhalten umzustellen. Musste ich auch nicht, denn es dauerte zumeist ein halbes Jahr, bis ich die verlorenen Kilos wieder drauf hatte und weitere 6 Monate bis ich an einem Punkt war, an dem ich das Gefühl hatte wieder abnehmen zu müssen. 5-10 Tage fasten und dann ein Jahr lang seine Ruhe zu haben erschien mir als ein guter Deal! Leider hatte mir mein Körper mit steigendem Alter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Das Abnehmen durch Fasten ging immer noch genauso schnell, nur leider waren die Kilos zuletzt bereits nach 2 Monaten wieder drauf. Oh Mann, das war frustrierend…

Wie bereits oben beschrieben, benötigst du nach deiner Fastendiät eine andere Strategie. Glücklicherweise muss diese dann nicht mehr darauf ausgelegt zu sein Gewicht abzunehmen. Wenn du genug abgespeckt hast, dann reicht es dein Gewicht konstant zu halten. Du könntest beispielsweise auf das Intervallfasten setzen. Ggf. reicht hier bereits eine light Variante, um nicht zuzunehmen: Aus der hier beschriebenen 5/2 Methode könntest du eine 6/1 Methode machen. Schau dich einfach mal in meinem Blog um, dann findest du sicherlich die für dich passende Strategie, mit der du im Alltag nicht zunimmst.

Check Alltagstauglichkeit:

Fastentage sind nur der Kick-off für deine neue Lebensstrategie. Die wenigen Tage, die du fastest, lassen sich vergleichsweise einfach in deinen Alltag integrieren. Augen zu und durch ;-).  Was du danach machst, steht auf einem anderen Blatt Papier.

Fazit: Definitiv alltagstauglich!

Viele Tipps, wie du dir die Fastenzeit leichter machen kannst, findest du im 3. Teil der Reihe zum Fasten im Alltag.

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